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Tafel ehemaliges Allbau Haus

Tafel ehemaliges Allbau Haus

Essen erinnert

Die historische Auseinandersetzung mit den Geschehnissen der NS-Zeit hat in Essen bereits eine lange Tradition. Dazu gehören auch die Erinnerungstafeln, die deutlich sichtbar im Stadtbild verankert sind und die schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten lassen. Sie informieren unter anderem über die Bücherverbrennung im Jahre 1933 auf dem Gerlingsplatz, über den Abtransport der Essener Jüdinnen und Juden, über das Schicksal der Sinti und Roma, über die Außenlager des KZ Buchenwald und über die zahlreichen Lager der nach Essen verschleppten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Sie machen damit deutlich, dass die nationalsozialistischen Verbrechen auch vor Ort, in unserer Heimatstadt verübt worden sind. Die Tafeln halten aber auch die Erinnerung an den Widerstand der Bekennenden Kirche oder an das mutige Handeln einzelner wach. Ebenso werden Ereignisse der Weimarer Republik (Kapp-Putsch) oder der Nachkriegszeit (erste Ratssitzung im Rathaus Kray) berücksichtigt.

Die Gedenksteine und –tafeln wurden teils direkt nach dem Kriege – vielfach auf Initiative von Privaten wie das Friedenskreuz an der Nöggerathstraße –, vor allem aber durch die Stadt in den 1970er und 1980er Jahren errichtet. Doch fortlaufend kommen neue hinzu. Dies unterstreicht, dass die Erinnerungstafeln zu wichtigen „Merkpunkten des historischen Gedächtnisses unserer Stadt“ geworden sind.

Literatur: Ernst Schmidt/Michael Zimmermann, Essen erinnert. Orte der Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert, Essen 2002 (3. überarbeitete und erweiterte Auflage)