Skip to the navigation Skip to the content
Klinikum um 1920

Städtische Krankenanstalten um 1920

Luftbild der Städtischen Krankenanstalten 1932

Luftbild Städtische Krankenanstalten 1932

Apotheke in den Krankenanstalten 1955

Die Apotheke in den Krankenanstalten 1955

Haupteingang 1960

Haupteingang der Städtischen Krankenanstalten 1960

100 Jahre Städtische Krankenanstalten (2009)

Tradition und Innovation - 100 Jahre: Von den Städtischen Krankenanstalten zum Universitätsklinikum Essen

Städtische Krankenanstalten
1896 erreicht Essen die magische Zahl von 100.000 Einwohnern. Der Industrialisierung geschuldet, setzte explosives Wachstum ein, bedenkt man, dass Essen 1850 lediglich von 18.000 Einwohner bevölkert war. In der Stadtverordnetensitzung vom 7. August 1900 wurde deshalb ein „Gutachten zur Bedarfsplanung und Auswahl eines geeigneten Grundstückes für ein nicht konfessionelles Krankenhaus“ beschlossen: das Jahr 1900 markiert somit den eigentlichen Beginn konkreter Planungen der Essener „Städtischen Krankenanstalten“.

Erst sechs Jahre später (am 3. Oktober 1906) erteilte der Regierungspräsident in Düsseldorf die Genehmigung zu deren Neubau, den der Essener Oberbürgermeister Wilhelm Holle am 29. Juli 1909 einweihte, obwohl gerade einmal die Hälfte der geplanten Kliniken gebaut war: für einen Teil der geplanten Kliniken wie zum Beispiel der Augenklinik konnten aber großzügige Stiftungen Essener Bürger gewonnen werden.

Erster Weltkrieg
Mit Beginn des 1. Weltkrieges am 1. August 1914 veränderten sich die Anforderungen, so dass die geplante kontinuierliche Weiterentwicklung ausgesetzt wurde: die Kriegsnot führte insbesondere zur Förderung des HNO-Bereiches. Erst nach der Beendigung der Ruhrkämpfe im August 1925 war wieder Bewegung in die ursprünglichen Überlegungen zum Ausbau der Städtischen Krankenanstalten gekommen. Die Stadtverwaltung beschloss 1928 den schon so lange notwendigen Ausbau der Städtischen Krankenanstalten, wobei aufgrund der Geldknappheit in der Weltwirtschaftskriese dieser in drei Bauabschnitte aufgeteilt wurde. Im ersten Bauabschnitt wurde unter anderem eine 1931 für die damalige Zeit revolutionäre Kinderklinik (Motto der Klinik „Luft, Licht und Sonne“) eröffnet, die zu Recht als schönste Kinderklinik Deutschlands gepriesen wurde. Im zweiten Bauabschnitt war der seit langem notwendige Ausbau der Chirurgie geplant, der allerdings nach der Machtübernahme Hitlers deutlich verzögert erfolgte und erst 1937 zur Einweihung eines neuen Operationshauses führte. 1936 wurden der Neubau der Bakteriologie („Robert-Koch-Haus“) und 1940 die Medizinische ihrer Bestimmung übergeben.

Zweiter Weltkrieg
Im 2. Weltkrieg wurden die Städtischen Krankenanstalten ab dem 14. Februar 1942 bis knapp vor Kriegsende (11. März 1945) das Ziel zahlreicher schwerer Bombenangriffe, was zur fast vollständigen Zerstörung der Krankenanstalten führte; Ende 1944 waren lediglich noch 45 Betten in Betrieb. Trotzdem wurde nach Beendigung des Krieges umgehend wieder mit Aufräumungs- und Wiederinstandsetzungsmaßnahmen begonnen. Der Wiederaufbau der im Krieg vollständig oder weitgehend zerstörten Kliniken (HNO, Kinderklinik, Medizinische Klinik) konnte allerdings erst in den frühen 50er-Jahren realisiert werden.

Medizinische Fakultät
Keine zehn Jahre später machten sich die Krankenanstalten aufgrund der Zielsetzung des Wissenschaftsrates auf den Weg zum Universitätsklinikum (1959 – 1963): ein politisches Ringen zwischen rheinischen und westfälischen sowie den Interessen anderer aufstrebender Städte an Rhein und Ruhr begann. Obwohl Essen durch die Entscheidung der Landesregierung als Standort der geplanten Ruhr-Universität übergangen wurde, wurde eine Medizinische Akademie als universitäre Einrichtung auf der Grundlage der Städtischen Krankenanstalten als erstrebenswert und aufgrund der hervorragenden Voraussetzungen als sehr realistisch angesehen. Im November 1963 begann der universitäre Unterrichtsbetrieb; die Städtischen Krankenanstalten waren fortan 2. Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Nach der Eröffnung 1967 in Bochum war die Medizinische Fakultät Teil der Ruhr-Universität. Nach der Gründung der Universität-Gesamthochschule in Essen im Jahr 1972 erhielt die Medizinische Fakultät jedoch endlich ihre „Alma Mater“ am Standort Essen. Am 1. Januar 1973 übernahm das Land Nordrhein-Westfalen die Städtischen Krankenanstalten, wodurch das Essener Universitätsklinikum erstmals in ungeteilter Trägerschaft stand. Zum 1. Januar wurde das Universitätsklinikum in eine Anstalt des öffentlichen Rechts umgewandelt. Zu Beginn des Jahres 2003 wurde durch Beschluss des Landtags die bis dahin selbständigen Universitäten Duisburg und Essen zur „Universität Duisburg-Essen“ fusioniert; deren Medizinische Fakultät besteht bisher allerdings nur am Standort Essen.

Universitätsklinikum
Nach der 1963 erfolgten Umwandlung in eine universitäre Einrichtung entwickelten sich die 1909 eröffneten Städtischen Krankenanstalten zu einem Krankenhaus der absoluten Spitzenmedizin mit den Schwerpunkten Onkologie, Transplantation, Herz-Kreislauf, Infektiologie und Immunologie sowie dem Querschnitts-Schwerpunkt Genetische Medizin.