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Anreise/Anfahrt

Bilder der Person

Foto Heinrich Vielhaber

Heinrich Vielhaber

Geboren am 21.07.1868 in Moers
Gestorben am 29.10.1940 in Essen
Beruf(/-e):

Rechtsanwalt, Stadtverordneter


Ehrenbürger: Nein

Vita

Als einflussreiche Person und wacher Geist besetzte Heinrich Vielhaber, besonders durch die Tätigkeiten in der Firma Krupp, einen Platz unter den „Essenern Köpfen“, an die bis heute gedacht wird.

Am 21. Juli 1868 wurde Heinrich Vielhaber in eine niederrheinische Familie in Moers geboren.[1] Er besuchte das Gymnasium und vollendete seine Reifeprüfung 1866. Er begann mit dem Studium der Rechtswissenschaft in Berlin und Bonn und besuchte gleichzeitig Seminare zum Studium orientalischer Sprachen. 1889 bestand er für sein „Zweitfach“ die Diplomprüfung. Ein Jahr später absolvierte er das Referendarexamen in Berlin und konnte sich als Gerichtsreferendar bezeichnen. 1895 bestand er die zweite juristische Staatsprüfung und wurde anschließend juristischer Hilfsarbeiter bei der Firma Krupp in Essen, mit welcher er immer eng verbunden bleiben wird.[2]

Im privaten Lebensbereich heiratete er seine Frau Else und bekam mit ihr 1901 Berta, 1903 Marianne, 1904 Helene und 1906 Otto.[3]

In der Firma Krupp wurde Heinrich Vielhaber 1905 Prokurist und 1909 stellvertretender Direktor.[4] Als Vielhaber 1910 dann in den Vorstand aufstieg, lagen seine Zuständigkeiten besonders im Rahmen der Arbeiter- und Angestelltenangelegenheiten sowie der sozialen Einrichtungen. In seinem Amt schaffte er ein Gemischtwirtschaftliches Wohnungswesen. „Mit ausgeprägtem sozialem Verständnis ist Heinrich Vielhaber jederzeit an die Bearbeitung und Klärung arbeitsrechtlicher und wirtschaftlicher Fragen herangegangen.“[5]

Die Liste der Positionen, die Vielhaber bekleidete, ist schwer komplett aufzuführen. In den folgenden Jahren wurde er Mitglied des Grubenvorstandes der Gewerkschaften Emscher-Lippe, Vereinigte Helene Amalie und Vereinigte Konstantin der Große, Mitglied des Hauptausschusses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, Mitglied des Vorstandes des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller und Mitglied des Vereins zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen.[6] Außerdem wurde er Präsidialmitglied der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, in welchen er sich u.a. gegen eine Arbeitszeitverkürzung zum Arbeitsschutz aussprach, da er einen wirtschaftlichen Kollaps, aufgrund der Versailler Belastungen fürchtete.

Folgend wurde er Vorsitzender der Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft in Essen und Mitglied des Vorstandes des Verbandes der Deutschen Berufsgenossenschaften in Berlin (von 1926-1938). Weiterhin war er Stadtverordneter in Essen vom 01. Januar 1913 an bis zur Auflösung des Stadtparlaments durch Hitler am 04.02.1933. Zuletzt gehörte Vielhaber der Fraktion der Deutschen Volkspartei an.[7]

1925 verließ Vielhaber zwar die Firma Krupp arbeitete jedoch weiterhin sehr eng mit ihr zusammen, indem er als Aufsichtsrat in der Firma bis zu seinem Tod aktiv blieb. Darauffolgend arbeitete er als Rechtsanwalt und Notar.[8]

Am 29. November 1925 wurde Heinrich Vielhaber Mitglied des Provinziallandtages der Rheinprovinz und bekleidete diese Position bis 1933.[9]

Als Heinrich Vielhaber am 29. Oktober 1940 starb, fanden sich einige große Worte für sein Lebenswerk. Die Nachrufe in der National-Zeitung Essen vom 31. Oktober 1940 von der Hütten- und Walzwerks-Berufsgenossenschaft sowie von der eng mit Vielhaber verwobenen Firma Krupp sprechen von einem „allezeit treuen Freund, der sich mit großer Tatkraft jederzeit für das Wohl unserer Firma eingesetzt hat und dessen hervorragende menschliche Eigenschaften uns immer Vorbild bleiben wird.“[10] „In ihm vereinigten sich großes fachliches Können und menschliches Empfinden mit ausgleichendem Verhandlungsdruck.“[11]

Das Familiengrab Vielhabers, das im Friedhof Bredeney liegt, ist groß jedoch schlicht gehalten. Hier offenbart sich vermutlich der Charakter Heinrich Vielhabers in Bescheidenheit und Größe.

Werke und Leistungen:

• Schaffung des gemischt-wirtschaftlichen Wohnungswesens im Bereich der Firma Krupp

• Wahrung der Interessen der Firma, insbesondere durch teilweise Verhinderung der Arbeitszeitverkürzung

Fußnoten:

[1] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

[2] Vgl. Robert Volz: „Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft“, 1. Ausgabe, Berlin, 1930

[3] Vgl. Robert Volz: „Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft“, 1. Ausgabe, Berlin, 1930

[4] Vgl. Robert Volz: „Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft“, 1. Ausgabe, Berlin, 1930

[5] Vgl. Walter Bacmeister, Fritz Pudor: „Nekrologe aus dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet 1939 - 1951“, 1. Ausgabe, Düsseldorf, 1955

[6] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

[7] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

[8] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

[9] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

[10] Vgl. National-Zeitung vom 31.10.1940 unter den Nachrufen

[11] Vgl. Bacmeister, Pudor: „Nekrologe aus dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet 1939 - 1951“

Literatur

• Bacmeister, Walter, Pudor, Fritz: „Nekrologe aus dem Rheinisch-Westfälischen Industriegebiet 1939 - 1951“

• Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

• National-Zeitung vom 31.10.1940 unter den Nachrufen

• Robert Volz: „Reichshandbuch der Deutschen Gesellschaft“, 1. Ausgabe, Berlin, 1930

Grab

Ehrengrab: Nein
Friedhof: Friedhof Bredeney