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Oberbürgermeister Thomas Kufen mit Angehörigen und dem Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung der Stolpersteine in der Turmstraße 17.

Oberbürgermeister Thomas Kufen mit Angehörigen und dem Künstler Gunter Demnig bei der Verlegung der Stolpersteine in der Turmstraße 17. Foto: Peter Prengel

Foto Stolpersteine

Essen-Steele, Bochumer Straße

Verlegung Stolpersteine

In der Turmstraße, der Weiglestraße, der Glashüttenstraße, der Gemarken- und der Moorenstraße erinnern seit dem 21.11.2016 insgesamt 22 neue Stolpersteine an das Schicksal der von den Nationalsozialisten verfolgten Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.

Diese und alle weiteren verlegten Stolpersteine im Essener Stadtgebiet finden Sie in der neuen Übersicht.
Hier geht es zur Stolpersteine-Übersicht...

Stolpersteine erinnern

Gunter Demnig
Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem - zumeist - letzten Wohnort Gedenktafeln aus Messing ins Trottoir einlässt. "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt der Kölner Bildhauer.

Stolpersteine
Die Steine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 mal 10 Zentimeter große Messingtafel, in die Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben die Überschrift HIER WOHNTE und darunter den Namen, die Lebensdaten - soweit bekannt - und das weitere Schicksal jedes einzelnen Menschen einstanzt. Seit 1993 arbeitet Demnig an dem Projekt Stolpersteine, das die Erinnerung an die während der nationalsozialistischen Diktatur vertriebenen, verfolgten und ermordeten Juden, Sinti und Roma, politischen Widerständler, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Euthanasieopfer lebendig erhalten soll.

Sein Ziel ist, dass die Menschen über die kleinen Messingsteine "stolpern" und völlig unvorbereitet in ihrem Alltag mit den Schicksalen von Verfolgten aus der NSZeit konfrontiert werden. Besonders wichtig ist für ihn, das Gedenken in unsere Lebensmitte zu rücken. Viele Menschen entdecken die Steine denn auch eher zufällig und realisieren teilweise erst durch sie, dass in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Deportation und Vernichtung stattfanden.

Nach "Probeverlegungen" in Köln ließ Demnig 1996 in Berlin-Kreuzberg Stolpersteine in das Pflaster ein. Diese ersten Steine waren illegal verlegt, wurden später aber legalisiert. Die Bezirksverordnetenversammlung Kreuzberg beschloss in der Folge, die Verlegung von möglichst vielen Steinen zu unterstützen. Mittlerweile verlegt Demnig in ganz Deutschland Stolpersteine.

Stadt Essen
Die Aktion in Essen, die der Historische Verein für Stadt und Stift Essen betreut, begann 2004. Auf Initiative des ehemaligen Oberbürgermeisters Peter Reuschenbach fanden sich Spender und Paten zusammen, die die einzelnen Steine finanzieren. Der Stadt entstehen daher keine Kosten.

Die ersten Stolpersteine in Essen erinnern an Emma, Leo, Walter und Alfred Cussel, die in Essen zuletzt in dem sogenannten "Judenhaus" in der Kastanienallee lebten. Alfred Cussel und seine Kinder wurden in das Ghetto Izbica deportiert, das den Nationalsozialisten als Durchgangslager für die Vernichtungslager Sobibór und Bełżec diente. Niemand aus der Familie überlebte.

Informationen
Das Projekt Stolpersteine wird in Essen fortgesetzt. Informationen über Patenschaften erteilt der Historische Verein Essen www.hv-essen.de, Ansprechpartnerin Frau Hartings, stolpersteine@hv-essen.de