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Foto Otto Hue

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  • Otto Hue

    Geboren am 02.11.1868 in Dortmund
    Gestorben am 18.04.1922 in Essen
    Beruf(/-e):

    Gewerkschaftler, Schlosser, Reichstagsabgeordneter


    Ehrenbürger: Nein

    Vita

    Otto Hue, der mit seiner Tatkraft und seinem Charakter die Arbeiter unterstützte, bereicherte die Stadt Essen unglaublich stark. Bis heute tragen einige Straßen den Namen Hues, um seinem Lebenswerk und seiner Person zu gedenken.

    Otto Hue wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, nachdem er am 02. November 1868 in Dortmund-Hörde geboren wurde. Sein Vater ist Walzmeister in der Hermannshütte gewesen und verstarb bereits früh, als Otto Hue sechs Jahre alt war.[1] Die Familie Hues legte großen Wert auf Religion und Bildung, was sich in der Erziehung Ottos widerspiegelten. Nachdem Ottos Vater starb spitzte sich die finanzielle Lage seiner Familie zunehmend zu. Die Mutter bezog eine Witwenpension von 15 Mark monatlich und war aufgrund häufiger Krankheiten, verhindert zu arbeiten. Als Otto Hue 16 Jahre alt wurde starb auch seine Mutter.[2]

    Otto Hue entschied sich für eine Schlosserlehre, die er auf der Volksschule absolvierte. U.a. arbeitete er bei der Firma Krupp. Otto wandte sich, um ohne Eltern seelische Unterstützung einzuholen, der evangelischen Kirche zu und besuchte den evangelischen Jünglingsverein, von dem er sich jedoch nach kurzer Zeit, aufgrund der entschuldigenden Haltung der Kirche zum Kapitalismus und dem Unrecht, das damit einhergeht, abwandte. Sein Gerechtigkeitssinn wurde vermutlich durch das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen und durch die immer engere berufliche Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten geschärft. Religiös blieb er jedoch bis zu seinem Tode.[3]

    Nachdem Hue dem Metallarbeiterverein beitrat, begann er sich zu schulen in Wirtschaft und Bergbau, im Vorhaben, die missliche Lage der Arbeiter zu verbessern. Nach fünfjähriger Schulung trat er dann in den Verband der Berg- und Hüttenarbeiter über und wirkte dort ab 1894 hauptamtlich.[4] 1888, mit 18 Jahren, trat Hue der SPD bei, obwohl die Sozialistengesetze zu einer Verfolgung der Sozialdemokraten führte. Hue übernahm 1905 die Leitung der „Berg-und Hüttenarbeiterzeitung“, der späteren „Deutschen Bergarbeiterzeitung“ und veröffentlichte einige Artikel, in denen er sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter aussprach.[5] Darunter sind die Artikel „Mehr Arbeitsschutz“ und „Streiflichter aus unser Knappschaftswesen“ zu nennen, die er in Essen veröffentlichte. Er publizierte weiterhin das Buch „Die Bergarbeiter.“[6] Mit dieser Tätigkeit verdiente Hue relativ schlecht, versuchte jedoch selbst das wenige Geld nicht nur egoistisch für sich aufzuwenden sonder half Leidenden in der Not.[7]

    1889 wurde Hue Leiter des Alten Bergarbeiterverbandes und bewies sich auch als Reorganisator der freigewerkschaftlichen Bergarbeiterorganisation, in welcher er sich als Sprecher der Bergarbeiter hervortat.[8] 1903 wurde Hue für den Wahlkreis Gelsenkirchen-Bochum in den Reichstag gewählt und verbleib dort bis 1911. Im Reichstag nutze er seinen Einfluss, um die Lebensbedingungen der Arbeiter legislativ und schließlich judikativ zu verbessern, indem er großen Anteil an dem Reichsknappschaftsgesetz hatte.[9] Seit 1908 war Hue auch Mitglied des Preußischen Landtags und stieg zu einer führenden Figur im Bereich der Sozial- und Wirtschaftspolitik auf. 1904 wurde Hue außerdem Führer der Bergarbeiter-Gewerkschaften und blieb es bis 1917.

    Nach dem Ersten Weltkrieg und der damit einhergehenden politischen Unterbrechung nahm Hues politische Aktivität wieder ihren Lauf. Von 1919 an bis 1921 war Hue Mitglied der verfassungsgebenden Preußischen Landesversammlung und 1921/22 Mitglied des Preußischen Landtags. Weiterhin war Hue Abgeordneter der Weimarer Nationalversammlung 1919 und Reichskommissar für den rheinisch-westfälischen Kohlebergbau. 1919 gehörte er dem Beirat im Ministerium für Handel und Gewerbe an, und 1920 wurde er nochmals Mitglied des Deutschen Reichstags. Darüber hinaus wurde Hue Mitglied des vorläufigen Reichswirtschaftsrats.[10] In seinen Tätigkeiten erwarb er großes Ansehen, nicht nur von der Seite der Arbeiter sondern im breiten Spektrum der Politik. Vor dem Ersten Weltkrieg befolgte man den Rat Hues zwar weniger, nach dem Ersten Weltkrieg erwies sich Hue jedoch als ein wertvoller Schlichter, so in großen, wie auch in kleinen Belangen. Hue „gelang es (…) den Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft zu verhüten, dadurch daß er die Bergleute an der Ruhr trotz ihrer Notlage von der Forderung der 6-Stundenschicht abbrachte und sie sogar noch für Sonderschichten gewann.“[11] Hier wird deutlich, dass Hue eine Verbesserung der Lebensbedingungen zwar forderte, jedoch nicht kompromisslos verhandelte und keine drastischen Veränderungen begrüßte, wenn es auch so von der SPD gefordert wurde.

    Durch die Teilnahme als Sachverständiger an internationalen Konferenzen gewann er auch im Ausland hohes Ansehen und hatte die Möglichkeit, Deutschland zu profilieren. Mit dem Verweis auf die Unmöglichkeit den Versailler Verträgen gerecht zu werden, verhinderte er die weitere Besetzung Deutschlands der Konferenz sagend, dass „eine Konferenz von Diplomaten beschließen [kann], was sie will. Letzten Endes wird in den Bergbauzentren darüber entschieden, wie die Förderungserhöhung zu ermöglichen ist.“[12]

    Am 19.April starb Otto Hue an einer Lungenentzündung und hinterließ ein besseres Deutschland als es vorher war. Die Nachrufe waren zahlreich. Nikolaus Osterroth schrieb noch im selben Jahr ein Buch über ihn und ging auf den wertvollen westfälischen Charakter Hues ein. Hue war Osterroth nach Vorbild, Vorkämpfer und Kampfesherold der Arbeiterklasse und bewies sich als wertvoller Wirtschaftler und Politiker für Deutschland.[13] Die Tatsache, dass heute noch in Herne, Gelsenkirchen und Moers Straßen nach ihm benannt sind und in Essen ein Altenpflegeheim nach ihm benannt wurde (Otto-Hue-Haus, Barthel-Bruyn-Straße 46), zeigt, wie präsent das Gedenken an Otto Hue bleibt.

    Sein Grabmal ist auf dem Südwestfriedhof zu besuchen und ist, dem Charakter Hues entsprechend, groß gehalten und gut gepflegt.

    Otto Hue, der mit seiner Tatkraft und seinem Charakter die Arbeiter unterstützte, bereicherte die Stadt Essen unglaublich stark. Bis heute tragen einige Straßen den Namen Hues, um seinem Lebenswerk und seiner Person zu gedenken. Otto Hue wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, nachdem er am 02. November 1868 in Dortmund-Hörde geboren wurde. Sein Vater ist Walzmeister in der Hermannshütte gewesen und verstarb bereits früh, als Otto Hue sechs Jahre alt war. [1] Die Familie Hues legte großen Wert auf Religion und Bildung, was sich in der Erziehung Ottos widerspiegelten. Nachdem Ottos Vater starb spitzte sich die finanzielle Lage seiner Familie zunehmend zu. Die Mutter bezog eine Witwenpension von 15 Mark monatlich und war aufgrund häufiger Krankheiten, verhindert zu arbeiten. Als Otto Hue 16 Jahre alt wurde starb auch seine Mutter. [2] Otto Hue entschied sich für eine Schlosserlehre, die er auf der Volksschule absolvierte. U.a. arbeitete er bei der Firma Krupp. Otto wandte sich, um ohne Eltern seelische Unterstützung einzuholen, der evangelischen Kirche zu und besuchte den evangelischen Jünglingsverein, von dem er sich jedoch nach kurzer Zeit, aufgrund der entschuldigenden Haltung der Kirche zum Kapitalismus und dem Unrecht, das damit einhergeht, abwandte. Sein Gerechtigkeitssinn wurde vermutlich durch das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen und durch die immer engere berufliche Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten geschärft.  Religiös blieb er jedoch bis zu seinem Tode. [3] Nachdem Hue dem Metallarbeiterverein beitrat, begann er sich zu schulen in Wirtschaft und Bergbau, im Vorhaben, die missliche Lage der Arbeiter zu verbessern. Nach fünfjähriger Schulung trat er dann in den Verband der Berg- und Hüttenarbeiter über und wirkte dort ab 1894 hauptamtlich. [4] 1888, mit 18 Jahren, trat Hue der SPD bei, obwohl die Sozialistengesetze zu einer Verfolgung der Sozialdemokraten führte. Hue übernahm 1905 die Leitung der ,,Berg-und Hüttenarbeiterzeitung", der späteren ,,Deutschen Bergarbeiterzeitung" und veröffentlichte einige Artikel, in denen er sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter aussprach. [5] Darunter sind die Artikel ,,Mehr Arbeitsschutz" und ,,Streiflichter aus unser Knappschaftswesen" zu nennen, die er in Essen veröffentlichte. Er publizierte weiterhin das Buch ,,Die Bergarbeiter." [6] Mit dieser Tätigkeit verdiente Hue relativ schlecht, versuchte jedoch selbst das wenige Geld nicht nur egoistisch für sich aufzuwenden sonder half Leidenden in der Not. [7] 1889 wurde Hue Leiter des Alten Bergarbeiterverbandes und bewies sich auch als Reorganisator der freigewerkschaftlichen Bergarbeiterorganisation, in welcher er sich als Sprecher der Bergarbeiter hervortat. [8] 1903 wurde Hue für den Wahlkreis Gelsenkirchen-Bochum in den Reichstag gewählt und verbleib dort bis 1911. Im Reichstag nutze er seinen Einfluss, um die Lebensbedingungen der Arbeiter legislativ und schließlich judikativ zu verbessern, indem er großen Anteil an dem  Reichsknappschaftsgesetz hatte. [9] Seit 1908 war Hue auch Mitglied des Preußischen Landtags und stieg zu einer führenden Figur im Bereich der Sozial- und Wirtschaftspolitik auf. 1904 wurde Hue außerdem Führer der Bergarbeiter-Gewerkschaften und blieb es bis 1917. Nach dem Ersten Weltkrieg und der damit einhergehenden politischen Unterbrechung nahm Hues politische Aktivität wieder ihren Lauf. Von 1919 an bis 1921 war Hue Mitglied der verfassungsgebenden Preußischen Landesversammlung und 1921/22 Mitglied des Preußischen Landtags. Weiterhin war Hue Abgeordneter der Weimarer Nationalversammlung 1919 und Reichskommissar für den rheinisch-westfälischen Kohlebergbau. 1919 gehörte er dem Beirat im Ministerium für Handel und Gewerbe an, und 1920 wurde er nochmals Mitglied des Deutschen Reichstags. Darüber hinaus wurde Hue Mitglied des vorläufigen Reichswirtschaftsrats. [10] In seinen Tätigkeiten erwarb er großes Ansehen, nicht nur von der Seite der Arbeiter sondern im breiten Spektrum der Politik. Vor dem Ersten Weltkrieg befolgte man den Rat Hues zwar weniger, nach dem Ersten Weltkrieg erwies sich Hue jedoch als ein wertvoller Schlichter, so in großen, wie auch in kleinen Belangen. Hue ,,gelang es (...) den Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft zu verhüten, dadurch daß er die Bergleute an der Ruhr trotz ihrer Notlage von der Forderung der 6-Stundenschicht abbrachte und sie sogar noch für Sonderschichten gewann." [11] Hier wird deutlich, dass Hue eine Verbesserung der Lebensbedingungen zwar forderte, jedoch nicht kompromisslos verhandelte und keine drastischen Veränderungen begrüßte, wenn es auch so von der SPD gefordert wurde. Durch die Teilnahme als Sachverständiger an internationalen Konferenzen gewann er auch im Ausland hohes Ansehen und hatte die Möglichkeit, Deutschland zu profilieren. Mit dem Verweis auf die Unmöglichkeit den Versailler Verträgen gerecht zu werden, verhinderte er die weitere Besetzung Deutschlands der Konferenz sagend, dass ,,eine Konferenz von Diplomaten beschließen [kann], was sie will. Letzten Endes wird in den Bergbauzentren darüber entschieden, wie die Förderungserhöhung zu ermöglichen ist." [12] Am 19.April starb Otto Hue an einer Lungenentzündung und hinterließ ein besseres Deutschland als es vorher war. Die Nachrufe waren zahlreich. Nikolaus Osterroth schrieb noch im selben Jahr ein Buch über ihn und ging auf den wertvollen westfälischen Charakter Hues ein. Hue war Osterroth nach Vorbild, Vorkämpfer und Kampfesherold der Arbeiterklasse und bewies sich als wertvoller Wirtschaftler und Politiker für Deutschland. [13] Die Tatsache, dass heute noch in Herne, Gelsenkirchen und Moers Straßen nach ihm benannt sind und in Essen ein Altenpflegeheim nach ihm benannt wurde (Otto-Hue-Haus, Barthel-Bruyn-Straße 46), zeigt, wie präsent das Gedenken an Otto Hue bleibt. Sein Grabmal ist auf dem Südwestfriedhof zu besuchen und ist, dem Charakter Hues entsprechend, groß gehalten und gut gepflegt.

    Fußnoten:

    [1] Vgl. Nikolaus Osterroth: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, 1. Ausgabe, University of Virginia, 1922, S. 9f.

    [2] Vgl. Nikolaus Osterroth: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, S. 11f.

    [3] Vgl. Nikolaus Osterroth: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, S. 12f.

    [4] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    [5] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    [6] Vgl. Wilhelm Schulte: „Westfälische Köpfe: 300 Lebensbilder bedeutender Westfalen“, 2. Ausgabe, University of Michigan, 1977

    [7] Vgl. Nikolaus Osterroth: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, S. 88f.

    [8] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    [9] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    [10] Vgl. Erwin Dickhoff: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    [11] Vgl. Wilhelm Schulte: „Westfälische Köpfe: 300 Lebensbilder bedeutender Westfalen“

    [12] Vgl. Wilhelm Schulte: „Westfälische Köpfe: 300 Lebensbilder bedeutender Westfalen“

    [13] Vgl. Nikolaus Osterroth: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, S. 93f.

    Literatur

    • Dickhoff, Erwin: „Essener Köpfe“, 1. Ausgabe, Essen, 1985

    • Osterroth, Nikolaus: „Otto Hue: ein Lebensbild für seine Freunde“, 1. Ausgabe, University of Virginia, 1922

    • Schulte, Wilhelm: „Westfälische Köpfe: 300 Lebensbilder bedeutender Westfalen“, 2. Ausgabe, University of Michigan, 1977

    Werkauswahl

    • „Mehr Arbeitsschutz“ und „die Bergarbeiter“ (zweibändig)

    • Verabschiedung des Reichsknappschaftsgesetzes

    • Abwendung eines Wirtschaftskollapses durch geforderte Arbeitszeitregelungen

    • Abwendung einer weiteren Belagerung Deutschlands durch internationale Konferenzen

    Grab

    Ehrengrab: Nein
    Friedhof: Südwestfriedhof
    Grablage: Link zum Stadtplan