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Anreise/Anfahrt

Stolperstein "Ernst Udewald"

Geboren am 16.02.1919
Gestorben am 15.02.1941 in Hadamar

Vita

Errnst Udewald wurde am 16. Februar 1919 in Essen als Sohn des Kaufmanns Julius Udewald und seiner Ehefrau Selma geb. Kann geboren. Sein Bruder Hans war vier Jahre älter. Der Vater starb bereits im März 1933. Er lebte im Haushalt Eduard Dannenbaum, welchen Ernst Udewalds Mutter in zweiter Ehe im Jahr 1934 geheiratet hatte. Sein letzter bekannter „freiwilliger“ Wohnort war seit dem 28. März 1934 in der Holsterhauser Straße 176. Ernst Udewald wurde am 3. Mai 1933 zum ersten Mal als „Pflegling“ in das Franz-Sales-Haus in Essen eingewiesen und nach ungefähr vier Wochen wieder entlassen. Aus Briefen von Ernesto Schartenberg, Schulkamerad von David Dannenbaum (Bruder von Ernst Udewalds Stiefvater Eduard Dannenbaum), geht hervor, dass Ernst Udewald „mongoloid“ (Down-Syndrom) gewesen sein soll. Laut Meldekarte war er ab dem 1. September 1935 wieder im Franz-Sales-Haus untergebracht. Von dort aus wurde er am 12. Februar 1941 im Zuge einer Deportationsaktion von jüdischen Behinderten mit vier weiteren Personen aus Essen zunächst in die Landesklinik Düsseldorf - Grafenberg überführt und von da aus am 15. Februar 1941 nach Hadamar, wo er am gleichen Tag ermordet wurde.

In der Sterbeurkunde wurde angegeben, er sei am 14. Mai 1941 in einer Pflegeanstalt in Lublin (Cholm/Post Lublin/Polen) an Fleckfieber gestorben. Diese Adresse war fiktiv, um amtlicherseits Todeszeitpunkt, -ort und -ursache zu verschleiern.

Ernsts Bruder Hans emigrierte, laut Meldekarte, am 15. April 1937 nach Argentinien. Am 20. Oktober 1939 folgten Ernst Udewalds Mutter Selma und Stiefvater Eduard. Sie lebten in Buenos Aires. Vor der Emigration wohnten sie von 1936 bis 1939 in der Ruhrallee 90, für wenige Monate bis zur Ausreise im Haus Moorenstraße 14, einem "Judenhaus". Der Stiefbruder von Ernst Gerd Lutz Dannenbaum, geb. 3. September 1920, emigrierte 1939 nach Belgien und wurde über Mechelen (Malines) nach Auschwitz deportiert und ermordet. Dessen Schwester Ruth, geb. 30. Oktober 1917, war bereits im Oktober 1933 in die USA emigriert.

Text: Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule am Stoppenberg unter Leitung von Frau Helena Kampmann mit Ergänzungen von Birgit Hartings.

Literatur

Volker van der Locht: Zwangssterilisation und Euthanasie in Essen, in: Essener Beiträge, Band 123, 2010, S. 153-254; Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv; Gedenkbuch Bundesarchiv; Alte Synagoge Essen.

Grund der Verfolgung

Grund der Verfolgung: Euthanasie/Jude
Deportiert am: 01.09.1935
Deportiert nach: Franz-Sales-Haus

Stolperstein

  • Verlegt am 23.05.2018
  • Adresse: Holsterhauser Str. 176
  • Stadtteil: Holsterhausen
  • Steinlage: Link zum Kartenportal