Anreise/Anfahrt
Links und Medien
Stolperstein "Marianne Schmitz"
Gestorben am 26.11.1943 in Meseritz-Obrawalde
Vita
Marianne Schmitz, geb. 25. September 1922 in Essen als Tochter von August und Anna Schmitz, litt unter epileptischen Anfällen. In einem amtsärztlichen Gutachten gemäß dem Gesetz zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ aus dem Jahr 1936 ist festgehalten, dass sie bis zur 6. Klasse die Schule besucht hatte. Im psychischen „Befund“ wird sie als „zugänglich und freundlich“ und „heiter und lebhaft“ beschrieben. In der „Willenssphäre“ wird keine Hemmung festgestellt, die „Auffassung“ ist gut und im „Gedankenablauf“ gibt es keine Störungen. Trotzdem wird „erbliche Fallsucht“ attestiert. Aus diesem Grund wurde für Marianne Schmitz vom Erbgesundheitsgericht für den Landgerichtsbezirk Essen Ende 1936 die Zwangssterilisation angeordnet. Mariannes Vater legte gegen diesen Bescheid Beschwerde ein. Er schilderte, dass die Anfälle erst nach einem traumatischen Erlebnis im Alter von 12 Jahren begannen. August Schmitz war der Überzeugung, dass eine vollständige Heilung möglich sei, da es sich nicht um eine ererbte Krankheit handle. Er bat um Aussetzung des Sterilisationsbeschlusses um mindestens 3 Jahre. Die Beschwerde wurde vom Erbgesundheitsoberlandesgericht in Hamm abgewiesen. Am 4. Mai 1937 wurde Marianne Schmitz mit noch nicht ganz 15 Jahren im Krupp-Krankenhaus zwangssterilisiert. Sie lebte weiter mit ihrer Familie in der Zangenstraße. Vom 20. Oktober 1939 bis zum 17. August 1941 ist dann in den Meldeunterlagen ein Aufenthalt in Fulda festgehalten. Am 13. November 1943 wurde Marianne Schmitz in die Landesheilanstalt Meseritz-Obrawalde (heute: Polen) gebracht und dort am 26. November 1943 ermordet.
Grund der Verfolgung
Deportiert am: 13.11.1943
Deportiert nach: Meseritz-Obrawalde
Stolperstein
- Verlegt am 20.10.2022
- Adresse: Zangenstr. 2
- Stadtteil: Altenessen-Süd
- Steinlage: Link zum Kartenportal