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Stolperstein "Fritz Hirschland Dr."
Gestorben am 14.05.1943 in KZ Bergen-Belsen
Vita
Dr. med. Salomon Hirschland, genannt Fritz, wurde am 30. April 1861 als achtes Kind von Dr. med. Moses Hirschland und seiner Frau Jacobine, geb. Heinemann, in Essen geboren. Wie sein Vater wurde er Arzt und ließ sich als erster Hals-, Nasen- und Ohrenspezialist in Essen nieder. Er arbeitete am Kruppschen Krankenhaus sowie als Vertrauensarzt der Eisenbahndirektion Essen, der Ortskrankenkasse Essen und der Ruhrknappschaft. Zudem war er als Theaterarzt des hiesigen Stadttheaters tätig. Daneben führte er eine bedeutende Privatpraxis, zu deren Patienten unter anderem Karl Funke und die Inhaber der Schulz-Knaudt-Blechwalzwerke gehörten.
Fritz Hirschland und seine Frau Clara, geb. Speyer, nahmen rege am kulturellen Leben in Essen teil, insbesondere am Theater. Hirschland war ein begeisterter Kunstliebhaber und ausgezeichneter Pianist, der in seinem Hause häufig vierhändig mit namhaften Pianisten spielte, die in Essen gastierten. Essener Künstler waren im Hause Hirschland jederzeit willkommen. Unter Fachkollegen genoss er einen hervorragenden Ruf: 1905 wurde ihm die Ehre zuteil, dem berühmten Gesangspädagogen Manuel García (1805–1906) anlässlich dessen 100. Geburtstages in London die Goldmedaille der Gesellschaft Deutscher Kehlkopfspezialisten zu überreichen. Auch im Historischen Verein für Stadt und Stift Essen engagierte er sich.
Bereits vor der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten emigrierte Fritz Hirschland mit seiner Frau Clara nach Den Haag. Die Söhne Rudolf und Erhard folgten ihnen; der Sohn Herbert lebte bereits in den Niederlanden. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1940 wurde die Familie 1943 im Durchgangslager Westerbork interniert. Fritz Hirschland starb dort am 14. Mai 1943. Seine Frau Clara wurde am 1. Februar 1944 nach Bergen-Belsen deportiert und dort am 16. August 1944 ermordet. Der Sohn Erhard Hirschland wurde am 7. November 1942 in Auschwitz ermordet. Die Brüder Herbert und Rudolf Hirschland überlebten in den Niederlanden.
Literatur
Schröter, Hermann; Geschichte und Schicksal der Essener Juden, Herausgegeben von der Stadt Essen 1980 S. 183 ff. www.joodsmonument.nl
Grund der Verfolgung
Deportiert am: 30.11.1942
Deportiert nach: Westerbrock
Stolperstein
- Stolperstein Nr.: 500
- Verlegt am 19.03.2026
- Adresse: Kastanienallee 63
- Stadtteil: Stadtkern
- Steinlage: Link zum Kartenportal