Skip to the navigation Skip to the content

Zeche "Zollverein, Schacht 2"

Art: Schacht

Literaturauszüge aus...

"Bergbauhistorischer Atlas für die Stadt Essen"

Schachtanlage 2

1850 beginnen unmittelbar neben Schacht 1 die Teufarbeiten für Schacht 2, der bereits 1851 für die Wasserhaltung in Betrieb geht. Um den Bergleuten den mühsamen Ein- und Ausstieg in die Grube zu erleichtern, die Seilfahrt gibt es noch nicht, lässt Haniel 1857 in Schacht 1 eine eintrümmige Fahrkunst nach Harzer Vorbild einbauen. Die Fahrkunst wird bis zur Zulassung des Drahtseils für die Seilfahrt 1878 betrieben. In den folgenden Jahren teuft man Schächte tiefer, fährt neue Sohlen auf und baut die erforderlichen Tagesanlagen auf. 1886 geht eine Brikettfabrik in Betrieb, die jedoch nach einigen Monaten bereits wieder geschlossen wird, da die geförderten Gasfeinkohlen zum Brikettieren ungeeignet sind. 1888 erfolgt der Abriss der Fabrikanlage. 1897 wird neben Schacht 2 der Wetterschacht 8 abgeteuft. Ab 1897 gibt es eine übertägige Seilbahnverbindung zwischen Schacht 6 und den Schächten 1 und 2. Anfang des 20. Jahrhunderts ersetzen Stahlfördergerüste die Malakofftürme. In den 1960er Jahren werden die Schachtgerüste nochmals umgebaut. Schacht 1 wird tiefer geteuft und erhält das heute noch stehende Schachtgerüst. Der Schacht 2 erhält eine Turmfördermaschine, die ebenfalls erhalten ist. Nach Stilllegung der Zeche Zollverein 1986 werden noch im gleichen Jahr Schacht 8 und 1991 der Schacht 1 verfüllt. Den Schacht 2 nutzt die Zentrale Wasserhaltung der RAG AG.

"Die Geschichte der Zeche Zollverein"

Die Schachtanlage 2 Der zweite Schacht wurde ca. 25 Meter nordöstlich von Schacht 1 angesetzt und mit einem achteckigen Querschnitt niedergebracht. Im Vorfeld der Abteufarbeiten wurden die Zechengebäude erweitert und die Schachthalle mit einem Malakowturm errichtet. Das Bild der Zeche Zollverein wurde somit von zwei massiven Malakowtürmen geprägt, womit eine der ersten Doppelturmanlagen des Ruhrbergbaus entstanden war. Im Dezember 1850 erreichte Schacht 2 das Steinkohlengebirge; die Abteufarbeiten wurden drei Monate später auf 132 Meter Teufe beendet. Darüber hinaus wurde auf 67 Meter Teufe eine Verbindungsstrecke zwischen den beiden Schächten angelegt.

Wie bereits erwähnt, sollten über Schacht 1 die 14 Mutungen im Zollverein-Feld nachgewiesen werden. Doch die Situation änderte sich, als die ersten Steinkohlenflöze bei den Abteufarbeiten erreicht wurden. Franz Haniel ließ die alten Mutungen ins Freie fallen und legte von 1850 bis 1853 auf die vorgefundenen Flöze neue Mutungen ein, die ebenfalls über Schacht 1 bzw. 2 erschlossen werden sollten. Die eigentliche Verleihung der Bergbauberechtigung auf die Felder erfolgte bis 1858. Dies mag erstaunen, da die gewerbsmäßige Förderung der Zeche Zollverein bereits am 1. März 1851 aufgenommen wurde. Ab jenem Datum wurde Steinkohle im Grubenfeld Zollverein gewonnen, zutage gefördert und gewerbsmäßig verkauft.

Die Zeche Zollverein förderte im ersten Monat knapp 1000 Tonnen Steinkohle. Die Steinkohle wurde in Förderwagen über Schacht 1 gehoben, während Schacht 2, wie geplant, für die Ein- und Ausfahrt der Bergleute sowie zum Abpumpen des Wassers genutzt wurde.

Die Bergleute mussten in den ersten Jahren über Leitern, den sogenannten Fahrten, in den Schacht ein- oder ausfahren. Um diesen Prozess zu beschleunigen, wurde 1857 eine sogenannte Fahrkunst im Schacht 1 eingebaut. Zollverein war eine der ersten Zechen, die diese Technik einsetzte. Aufgrund der mangelnden Sicherheit konnte sie sich im Steinkohlenbergbau jedoch nicht durchsetzen. Ab 1875 wurde die Fahrkunst durch die Seilfahrt abgelöst, bei der Bergleute, Fördergut und Material in Förderkörben, die an Drahtseilen hingen, den Schacht befuhren.

Ab 1851 entwickelte sich die Gründungsschachtanlage der Zeche Zollverein rasant weiter. Die beiden Schächte wurden tiefer geteuft, das Grubenfeld aufgefahren und eingerichtet sowie die Tagesanlagen weiter ausgebaut. Mit zunehmender Tiefe und Größe des aufgefahrenen Feldes wurde die Problematik der Bewetterung immer deutlicher. Unter Bewetterung verstehen die Bergleute die Frischluftzufuhr und -regulierung der Grubenbaue.

Nachdem verschiedene Lösungsansätze nur unwesentlich mehr Luft in die Grube brachten, sollte ein weiterer Schacht, der ausschließlich für die Bewetterung genutzt werden sollte, für ausreichend Frischluft sorgen. Die Abteufarbeiten für diesen achten Schacht begannen 1897, wurden aufgrund der schlechten Wirtschaftslage jedoch schnell wieder eingestellt und erst ein Jahr später wieder aufgenommen.

Literaturquellen

Bergbauhistorischer Atlas für die Stadt Essen, Dr. Karl Albrecht Ruhbach, Karlheinz Rabas Die Geschichte der Zeche Zollverein, Thorsten Seifert

Kurzinfo