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Denkmalpfad-Tafel "Ehemaliger Springobhof"
Standort
- Stadtteil: Überruhr-Hinsel
- Standort: Tafel an der Straße Nockwinkel 63
- Koordinaten: 366086.0 5699215.0
- Ort: Link zum Kartenportal
Inhalt
Der ehemalige Springobhof (van Eupen / Wessling)
Der Springobhof war ein Behandigungsgut des adeligen Damenstiftes zu Rellinghausen. Er unterstand damit dem Oberhof Kirchfeld. Erwähnt wird der Hof in einer Urkunde bereits im Jahre 1338. Aufsitzer des Hofes war ein „Halber Bauer“.
Der Hof, der längst abgerissen ist, lag in der Gemarkung Hinsel II, Flur 173 und 174. Er befand sich etwa bei der Hausnummer 67 der Straße „Nockwinkel“.
Am 09.09.1676 leihen sich Adolph Springob und andere Markengenossen der Bauerschaften Hinsel und Holthausen 100 Thaler vom Freiherrn von Vittinghoff gen. Schell zur Begleichung von Kriegslasten.
In weiteren Dokumenten findet sich die Unterschrift von Hermann Springob zunächst am 20.03.1760 unter einem Vertrag zwischen dem Bauern Münckhoff und den Marken-erben und am 06.02.1773 unter dem Vertrag „die Kohlberge betreffend“.
Am 29.04.1790 wird Johann Anton Springob Letztbehandigter des Hofes. In der Früchteliste von 1795, die aufgrund der zu dieser Zeit herrschenden Hungersnot aufgestellt wird, wird der Bauer Springob mit Frau, sowie zwei minderjährigen Söhnen, zwei minderjährigen Töchtern und zwei Knechten und drei Mägden genannt. Bei der Teilung der Überruhrer Mark am 27.01.1824 unterschreibt der „Erbgeseßene“ Johann Springob den Contract. Dieser löst im Jahr 1834 die auf dem Hofe ruhenden fiskalischen Lasten ab und wird dadurch Eigentümer des zu diesem Zeitpunkt etwa 62 Morgen großen Hofes. Nach dem Tod seiner Frau Bertha geb. Thörner im Jahr 1875 geht der Hof von Johann Heinrich Springob (*1840, +1917) an die Geschwister Friedrich und Sophie. Diese werden im Jahr 1880 als Eigentümer genannt.
1891 ist der Springobhof im Besitz des Fuhrunternehmers Ernst van Eupen, der den Hof für die Pferde aus der Grube bzw. für Transportpferde bewirtschaftet. Nach erneutem Verkauf des Hofes wird der Landwirt J.Gimken aus Borbeck neuer Besitzer des Springobhofes. Dieser verpachtete den Hof 1931 an den Landwirt Wilhelm Wessling, Sohn von Heinrich Wessling gen. Becks, dem Eigentümer des Becks Hofes an der Provinzialstraße (Langenberger Straße).
Die Adresse des Springobhofes lautet zunächst Bahnhofstraße 41 bzw. nach der Eingemeindung von Überruhr nach Essen ab 1935 Nockwinkel 67A. Wilhelm Wessling bewirtschaftete den Hof noch bis 1962.
Nachdem die Stadt Essen das Grundstück von der Familie Gimken aus Borbeck erworben hatte, zogen die Wesslings an den Niederrhein. Der alte Hof wurde schließlich 1964 niedergelegt, um Platz zu schaffen für den neuen Siedlungsraum auf dem „Hinseler Feld“.