Anreise/Anfahrt
Denkmalpfad-Tafel "Zeche Ver. Henriette und die evangelische Unterbyfangschule"
Standort
- Stadtteil: Byfang
- Standort: Tafel an der Langenberger Straße in der Höhe Nöckersberg 3A
- Koordinaten: 366710.0 5696699.0
- Ort: Link zum Kartenportal
Inhalt
Die Zeche Ver. Henriette und die evangelische Unterbyfangschule
Die Stollenzeche Henriette ist schon im 18. Jahrhundert als eine von vielen Stollen unter Byfanger Observanz betrieben worden. Das Mundloch befand sich am unteren Ende des Nöckersberg, neben dem Zechenhaus Langenberger Straße 741 (früher Steeler Straße 94). Der Bankier und Zechengewerke Jobst Waldthausen (er war Grubenvorstand der Zeche) schenkte der Gemeinde Byfang das Gebäude. Es war von 1882 bis 1930 die evangelische Unterbyfangschule. Beim Bau der Hochstraße (um 1970) wurde es abgerissen. Einen Teil des alten Stollens hat man im 2. Weltkrieg als Luftschutzbunker benutzt.
Von 1947 bis 1949 betrieb W. Schroer hier noch einmal eine “Nachkriegszeche”.
Die Zeche Ver. Henriette ging 1832 zum Tiefbau über und errichtete auf der Anhöhe den Schacht “Wilhelmine”. Die 1. Sohle war bei 89 Meter Tiefe. Die Zeche verfügte schon 1833 über eine Wasserhaltungsdampfmaschine und hatte damals als zweite Zeche im Ruhrgebiet ein eisernes Förderseil. Außerdem gab es eine Förderbahn hinunter zur Ladebühne der Prinz Wilhelm Eisenbahn. Als der Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm IV, am 19. Oktober 1833 die Prinz Wilhelm Eisenbahn befuhr, schloss er seine Fahrt mit einer Besichtigung dieser Zeche. Die Zeitung würdigte das Ereignis mit folgendem Bericht:
“... Dann nahm der verehrte Fürst auf einer angebrachten Erhöhung des Kohlemagazin, die Ruhr, die angelegten Schiffe mit ihren passenden Flaggen in höchsten Augenschein und begaben sich unter Begleitung einer wogenden Menge, welche den theuren Fürstensohn zu sehen, zu Wagen, zu Pferde und zu Fuße herbeigeeilt waren, auch zu Fuße den steilen Berg hinauf nach dem Wilhelminen-Schacht der vereinigten Zeche Henriette, zurücksehend auf das schöne Ruhrtal; besahen dann die 70 zöllige Wasserhaltungsmaschine und die Hochdruck-Förder-Dampfmaschine, so wie die vor ihm ausgebreitete Bergwerks-Flöz-Charte.“
18. JH Stollenbergbau unter Byfanger Observanz.
1832: Abteufen Tiefbauschacht Wilhelmine.
1833: Inbetriebnahme Wasserhaltungsdampfmaschine.
1834: Förderbeginn 1. Sohle (89 Meter).
1837: Mit 214 Bergleuten und einer Förderung von 150.420 pr. Tonnen ist Ver. Henriette die zweitgrößte Zeche im Ruhrgebiet.
1843: Ansetzen 2. Sohle (211 Meter).
1853: Abbau auf der 3. Sohle.
1863: Vertrag mit der Zeche Himmelsfürster Erbstollen über Erzabbau im Feld Henriette. Förderung von 61.805 Tonnen Steinkohle mit 238 Bergleuten.
1873: Stilllegung.
1878: Übernahme und Konsolidation zur Zeche Steingatt.
1879: (28.5.) Das Wohnhaus der Zeche Ver. Henriette wird zur einklassigen evangelischen Unterbyfangschule.
1882: Die Unterbyfangschule bekommt einen zweiten Klassenraum.
1930: Die Schule wird aufgelöst; die Kinder gehen nun zur Hinsbeckschule in Kupferdreh.
Text: Johann Rainer Busch