Skip to the navigation Skip to the content

um 1890 Schmiede

um 1970 Hammerwelle

2015 Hammergebäude

2017 Arbeiterhaus

2017 offizieller Baustart

2018 Richtfest mit Oberbürgermeister Thomas Kufen

Oberbürgermeister Thomas Kufen (3.v.l.) beim Richtfest des Arbeiterhauses Deilbachhammer. V.l.n.r. Klaus Kaiser, Hans Schippmann, Simone Raskob und Kulturdezernent Muchtar Al Ghusain.

2018 Richtfest am Arbeiterhaus

2019 Arbeiterhaus

2020 Archäologen im Hammergebäude

2020 Meisterhaus

2021 Hochwasser

Schlüsselübergabe der Arbeiterhäuser am Deilbachhammer-Ensemble (v.l.n.r.): Bezirksbürgermeister Willi Kohlmann, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Hans Schippmann, Historischer Verein, Klaus Kaiser, HistorischerVerein und Anne Henk-Hollstein, Landschaftsverband.

2021 symbolische Schlüsselübergabe

2021 Hammersäulen

Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der feierlichen Übergabe der Arbeiterhäuser und des Hammergebäudes.

2022 Herbstfest

Foto: feierliche Übergabe Deilbachhammer-Ensemble

2026 Übergabe des Deilbachhammerensembles

Foto: feierliche Übergabe Deilbachhammer-Ensemble

2026 Frühlingsfest und offizielle Übergabe des Ensembles

Deilbachhammer Ensemble

Der Deilbachhammer ist der letzte im Ruhrgebiet erhaltene Eisenhammer am authentischen Standort. Das Gebäudeensemble besteht heute aus dem „Meisterhaus“, dem „Arbeiterhaus“ und dem „Hammergebäude“.

16. Jahrhundert
Vermutlich im 16. Jahrhundert als eine dem Deilmannschen Bauernhof zugehörige Schmiede gegründet, entwickelte sich diese ab dem 18. Jahrhundert zu einem Handwerksbetrieb mit eigenständigen Schmiedemeistern.

1831-1844 – Deilbachhammer und erste Eisenbahn
Neue Forschungen deuten darauf hin, dass der Deilbachhammer zwischen 1831 und 1844 als eine Art „Bahnbetriebswerk“ der Deilthaler Eisenbahn fungierte, der ersten Eisenbahn Deutschlands. Die 7,5 km lange schmalspurige Pferdebahn, initiiert von Friedrich Harkort, verband die Zeche „Ver. Himmelsfürster Erbstollen“ mit Velbert-Nierenhof und diente der Kohleversorgung des Wuppertaler Raums.

Pflasterreste, die um 2009 freigelegt wurden, bestätigen den Trassenverlauf zwischen Hammergebäude und Meisterhaus. In dieser Zeit wurde der Hammer u. a. um Werkstätten und eine in Deutschland einzigartige Stahlschere erweitert, die von einem Exzenter angetrieben wurde.

1911-1917 – Verkauf und Stilllegung
1911 erwarb die Bergische Elektrizitäts-Versorgungs-GmbH den Deilbachhammer. Nach einem Bruch der Hammerwelle wurde der Betrieb 1917 eingestellt.

1936-1937 – Technisches Kulturdenkmal
Der verfallende Eisenhammer konnte 1936/37 langsam in einer konzertierten Aktion unter Beteiligung der Kraftwerksgesellschaft, der Firma Krupp, dem Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEH), dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), der Stadt Essen und der Provincialverwaltung des Rheinlandes als „technisches Kulturdenkmal“ betriebsfertig wiederaufgebaut werden.

Zusammen mit dem aus dem Siegerland überführten und etwa zeitgleich auf der Essener Margarethenhöhe wiederaufgebauten Kruppschen Halbachhammer ist der Deilbachhammer damit europaweit ein Pilotprojekt zu der Verfahrensweise der späteren Freilichtmuseen.

1960er-1980er Jahre – Stadt Essen und Sanierungen
In den 1960er Jahren ging das Ensemble in den Besitz der Stadt Essen über. Nach baulichen Problemen erfolgte Ende der 1970er Jahre eine umfassende Sanierung des technischen Inventars.
Mitte der 1980er Jahre wurde die historische Stauanlage im Deilbach abgerissen. Da ein Wasserbetrieb nicht mehr möglich war, wurde auf Elektroantrieb umgestellt.

2002-2009 – Dokumentation und Einbindung in die Industriekultur
Ab 2002 fanden umfangreiche denkmalpflegerische Untersuchungen und Studien zur baulichen Sicherung statt. Seit 2004 ist der Deilbachhammer Bestandteil der Route der Industriekultur. 2009 wurde das Ensemble durch die Hochschule Bochum dreidimensional dokumentiert.

2011-2013 – Neues Trägerkonstrukt und Bildung eines Konsortiums
2011 übernahm der Geschäftsbereich 4 der Stadt Essen (GB 4 - Kultur und Integration) die Koordinierung für das Deilbachtal. Nach einem gescheiterten Arbeitskreis wurde 2013 ein Konsortium gegründet, das am 17. Dezember 2013 offiziell seine Arbeit aufnahm. Ziel war die Entwicklung eines sich selbst finanzierenden Trägerkonstrukts bzw. einer Bürgerstiftung. In die „Kulturlandschaft Deilbachtal“ sollte ehrenamtliches Engagement einfließen.

In der Präambel des Gründungsdokuments heißt es:
„Das Konsortium Deilbachtal wurde mit dem Ziel gegründet, die Kulturlandschaft Deilbachtal zu bewahren und nachhaltig weiterzuentwickeln. Es nahm am 17. Dezember 2013 offiziell seine Arbeit auf und vereint Akteure wie das Ruhr Museum, die Bürgerschaft Kupferdreh, den Verein IDEE e. V. sowie den Historischen Verein für Stadt und Stift Essen e. V.“

Zu den Grundsätzen des Konsortiums gehören:

  • der Erhalt und die Pflege der historischen Denkmäler im Deilbachtal,
  • die Gründung einer Trägerschaft-Konstruktion,
  • die Förderung der Forschung zur frühindustriellen Geschichte der Region,
  • die Koordination von Restaurierungsmaßnahmen und kulturellen Projekten,
  • die Einbindung der Öffentlichkeit durch Bildungsangebote und Veranstaltungen.

Gründungsmitglieder:

  • Bürgerschaft Kupferdreh,
    Wolfgang Rüskamp und Otto Grimm
  • Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e.V.,
    Hans Schippmann und Klaus Kaiser
  • IDEE e.V.,
    Prof. Dr. Ulrich Borsdorf und Günter Samsel
  • Ruhr Museum,
    Prof. Heirich Theodor Grütter und Achim Mikuscheit

Heutige Mitglieder:

  • Bürgerschaft Kupferdreh,
    Ulrich Matenar und Jürgen Gentzmer
  • Verein Freunde und Förderer des Deilbachtals e.V.,
    Achim Mikuscheit und Günter Samsel
  • Historischer Verein für Stadt und Stift Essen e.V.,
    Hans Schippmann und Klaus Kaiser
  • Ruhr Museum,
    Prof. Heirich Theodor Grütter und Dr. Axel Heimsoth

2014 – Gutachten und Grundsatzbeschluss
Das Konsortium ließ die ersten Gutachten erstellen, unter anderem bei der Schloss Raesfeld GmbH und dem Umweltbüro Essen, finanziert durch die Bezirksvertretung VIII und den Verein IDEE. In der zweiten Jahreshälfte lagen die Ergebnisse vor. Die Gesamtkosten für die Instandsetzung des Deilbachhammers (ohne Wasserkunst) wurden zunächst mit rund 1,55 Millionen Euro angesetzt.

Parallel dazu konnte eine Kooperation mit der Jugendhilfe Essen gGmbH eingerichtet werden, die eine berufliche Bildungsmaßnahme – Grünpflege im Deilbachhammer-Ensemble – umfasste.

Am 26. November 2014 beschloss der Rat der Stadt Essen, die Kulturlandschaft Deilbachtal über fünf Jahre mit jährlich 100.000 Euro zu fördern.

2015-2016 – Fördermittel und Projektstruktur
2015 beantragte der Geschäftsbereich 4 mit dem Konsortium beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) Mittel zur Instandsetzung der Arbeiterhäuser; der LVR bewilligte für 2016 eine erste Förderung von 100.000 Euro.

2016 stellte die Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege (NRW-Stiftung) dem Verein IDEE 250.000 Euro für die Instandsetzung des Hammergebäudes zur Verfügung und sagte weitere Mittel für die Einwerbung von Komplementärmitteln zu.

Die politisch Verantwortlichen der Stadt Essen ernannten den Geschäftsbereich 6A (GB 6A-Bauen) zum Bauherrn. Die Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH (GVE) wurde vom Geschäftsbereich 6A mit der Projektleitung beauftragt, die Bauleitung lag bei dem Architekten Andreas Holtkamp.

Im August 2016 förderte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) die Maßnahme Meisterhaus mit insgesamt 340.000 Euro.

Am 28. September 2016 beschloss der Rat einstimmig die Gesamt-Baumaßnahme Deilbachtal.

2017 – Instandsetzungsarbeiten am Hammergebäude + Offizieller Baustart
Mit den Instandsetzungsarbeiten am Hammergebäude, insbesondere des technischen Inventars des Hammers wurde in der zweiten Jahreshälfte 2017 begonnen. Zudem starteten in Abstimmung mit der Denkmalbehörde die Maurerarbeiten für einen Rückbau – z.B. dem Durchbruch für eine Doppeltür – in der rechten vom Hof aus gesehenen Seite des Hammergebäudes.

Am 11. Juli 2017 erfolgte in Anwesenheit politischer Mandatsträger (Mitglieder des Rates, des Landtages und des Bundestages), von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Verwaltung, vieler Bürger und des Konsortiums der offizielle Baustart durch den Oberbürgermeister Thomas Kufen.

2018 – Richtfest
Zwischen Januar und März 2018 wurde der neue Dachstuhl errichtet. Am 17. März 2018 feierten das Konsortium Deilbachtal, die Grundstücksverwaltung Stadt Essen (GVE) und der Verein „Freunde und Förderer des Deilbachtals“ bei Schneetreiben das offizielle Richtfest am Arbeiterhaus 25a des Eisenhammer-Ensembles. Das traditionelle Fest der Zimmerleute wurde mit Führungen durch die Gebäude verbunden, bei denen über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten informiert wurde.

Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen nahm am Richtfest teil. Er würdigte den Erhalt und die Instandsetzung des traditionellen Handwerks in Essen und betonte die Bedeutung des Ensembles als herausragendes Zeugnis der Frühindustrie. Besonders hob er die starke Gemeinschaft der beteiligten Akteure hervor und dankte allen Förderern, Sponsoren und Unterstützern für ihr engagiertes Mitwirken.

2019 – Unerwartete Herausforderungen
2019 wurden die Bereiche der historischen Wasserkünste und die gesamte Grundstücksfläche als Bodendenkmäler ausgewiesen, wodurch ab sofort die archäologische Begleitung aller Baumaßnahmen erforderlich wurde. Zudem stellte sich heraus, dass im Hammergebäude das hölzerne Hammergerüst aus den 1930er Jahren vollständig ersetzt werden musste. Ein Zusatzantrag bei der NRW-Stiftung wurde bewilligt.

Für den Beginn der Maßnahme Meisterhaus erhielt das Projekt weitere Fördermittel aus dem Landesprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen“.

Das Hammergebäude wurde zudem erneut vollständig dokumentiert. Das Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster führte hierzu 3D-Laserscans und eine Drohnenbefliegung durch.

2021 – Hochwasser
Kurz vor Abschluss der Arbeiten an den Arbeiterhäusern führte das Hochwasser vom 14. auf den 15. Juli 2021 zu massiven Schäden an allen Gebäuden. Vorgefertigte Bauteile wurden zerstört oder fortgespült, darunter drei massive, 1,5 Tonnen schwere Hammersäulen aus massiver Eiche.

Oberbürgermeister Thomas Kufen verschaffte sich am 17. Juli 2021 unmittelbar vor Ort einen Eindruck von der Lage. Zwei Hammersäulen konnten geborgen werden, eine davon im Duisburger Hafen; die dritte wurde nur teilweise wiedergefunden.

Trotz der erheblichen Rückschläge konnten dank des großen Engagements aller Beteiligten sowie zugesagter und bereitgestellter finanzieller Unterstützungen am 17. Oktober 2021 symbolisch die Schlüssel für die Arbeiterhäuser an Oberbürgermeister Thomas Kufen übergeben werden.

2022 – Die große technische Herausforderung + Herbstfest
Am 14. März 2022 begann der technisch anspruchsvolle Einbau der neuen Hammergerüste. Die aus Hammersäulen, Prellbalken und Schabotten bestehenden Konstruktionen wurden durch die Firma Nockemann GmbH Hagen mit schwerem Gerät in das Hammergebäude eingebracht, aufgestellt, ausgerichtet und montiert. Die Arbeiten wurden vom Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster mithilfe von 3D-Laserscandaten begleitet, um die exakte Positionierung sicherzustellen.

Nach sieben intensiven Arbeitstagen waren die Einbauten abgeschlossen.

Es folgten umfangreiche Feinarbeiten: Die Hammergrube wurde verfüllt, die Prellbalken mussten exakt ausgerichtet und unterfüttert werden, anschließend wurden die beiden Hämmer eingehängt und die mechanischen Abläufe aufeinander abgestimmt. Parallel wurden die Restarbeiten an den Arbeiterhäusern fortgeführt, darunter Vorbereitungen für die Heizungsanlage, neue Stromanschlüsse für das gesamte Ensemble, Sanitärinstallationen, Fliesenarbeiten sowie Datenleitungen.

Die durch das Hochwasser beschädigten elektrischen Antriebe konnten nur eingeschränkt bzw. gar nicht mehr instand gesetzt werden. Da keine geeigneten Ersatzmotoren verfügbar waren, entschied sich das Konsortium für den Einsatz von Hydraulikmotoren. Diese Lösung war zwar kostenintensiver, bietet jedoch einen deutlich besseren Schutz vor künftigen Hochwasserereignissen.

Im selben Jahr konkretisierte sich die zukünftige Nutzung des Ensembles: Das Hammergebäude wird als Außenstelle des Ruhr Museums genutzt; hier finden Schmiedevorführungen statt. Das Arbeiterhaus 25a soll als Bistro, das Arbeiterhaus 25b vom Standesamt und von der Museumspädagogik genutzt werden. Im Meisterhaus 25c entstehen Wohn- sowie Aufenthalts- und Veranstaltungsräume. Als Ankermieter konnte hierfür zunächst das Franz-Sales-Haus gewonnen werden.

Am 22. Oktober 2022 konnten die Arbeiterhäuser und das Hammergebäude im Rahmen eines gut besuchten Herbstfestes offiziell an Oberbürgermeister Thomas Kufen übergeben werden. Anstelle eines symbolischen Schlüssels überreichte Klaus Kaiser, Konsortiumsmitglied und Geschäftsführer des Historischen Vereins, ein detailgetreues 3D-Modell des Hammergebäudes. Dieses Modell war vom Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster auf Grundlage von Laserscan- und Drohnenaufnahmen gefertigt worden.

2023 – Erste Trauung
Im Juli 2023 fand die erste Trauung im Deilbachhammer-Ensemble statt. Die Brautleute sowie ihre Familien und Freunde dekorierten liebevoll insbesondere das Arbeiterhaus 25b, wodurch ein stimmungsvoller Auftakt für die neue Nutzung des Ensembles entstand. Im Namen des Oberbürgermeisters überbrachte Bezirksbürgermeister Wilhelm Kohlmann die Glückwünsche.

2024–2025 – Ankermieter und Zeitplan
Am 16. Mai 2024 wurde der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Essen und dem Franz-Sales-Haus als künftigem Ankermieter vom Vorstand des FSH, Hubert Vornholt, und dem Oberbürgermeister Thomas Kufen unterzeichnet.

Kurz danach verstarb Hubert Vornholt. Im Jahr 2025 erklärte das Franz-Sales-Haus nach Gesprächen mit der Immobilienwirtschaft, dass veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine Umsetzung des bereits geschlossenen Vertrages nicht mehr zuließen. Die für den 6. September 2025 geplante offizielle Übergabe des Ensembles musste unter anderem auch deshalb auf den 21. März 2026 verschoben werden.

2026 – Frühlingsfest und offizielle Übergabe des Ensembles an den Oberbürgermeister Thomas Kufen
Das Deilbachhammer-Ensemble wurde am Samstag, 21. März, im Rahmen eines Frühlingsfests feierlich seiner neuen Nutzung übergeben. Nach rund zehn Jahren intensiver Bau- und Restaurierungsarbeiten sei damit ein bedeutendes industriehistorisches Denkmal gesichert worden, betonte Oberbürgermeister Thomas Kufen bei der Veranstaltung. "Heute können wir mit Stolz sagen: Die Anstrengungen haben sich gelohnt", so das Stadtoberhaupt in seiner Rede.

Ausführliche Informationen und zahlreiche Fotos zur Kulturlandschaft Deilbachtal, zu dem Meisterhaus, den Arbeiterhäusern und zum Deilbachhammer finden Sie auf der Internetseite vom Historischen Verein für Stadt und Stift Essen e.V. .